09.05.2024 – An Christi Himmelfahrt stand wieder einmal der jährliche Vatertagsausflug auf dem Programm. Mit einer gut gelaunten Gruppe von etwa einem Dutzend Kameraden machten wir uns in aller Frühe mit freudiger Erwartung, was der Tag so bringen wird und bei bestem Wetter auf in Richtung Domstadt Freising.
Das diesjährige Ziel steuerten wir wie gewohnt bequem per Bahn an. Während der Zugfahrt, die einen Umstieg am Hauptbahnhof in München erforderlich machte, hatten wir ausreichend Zeit, unsere obligatorische Brotzeit während der Anfahrt abzuhalten.
Überraschenderweise konnten wir uns auf die Zuverlässigkeit der Deutschen Bahn verlassen und kamen pünktlich sowie gestärkt für das weitere Programm am Vormittag in Freising an. Vom dortigen Bahnhof gelangten wir per Pedes zum Fuße des Dombergs und unterzogen die neu gebaute Beförderungsgondel direkt einer eingehenden Belastungsprobe.
Auf dem Plateau des Dombergs angekommen, startete sogleich auch der kulturelle Höhepunkt unseres Ausflugs: Die Bayerische Landesausstellung 2024 „Tassilo, Korbinian und der Bär – Bayern im frühen Mittelalter“ im Diözesanmuseum Freising, veranstaltet durch das Haus der Bayerischen Geschichte und der Erzdiözese München und Freising.
Mit dem Eintreffen des Missionsbischofs Korbinian, überliefert für das Jahr 724, begann die Geschichte des Bistums Freising. Zum 1.300-jährigen Diözesanjubiläum erzählt die Ausstellung von den Anfängen der Kirche in Bayern und vom Glanz der Agilolfinger-Herzöge. Sie hatten Korbinian gerufen und herrschten über ein Land, das sich zeitweise bis Südtirol, Oberösterreich, Kärnten und Slowenien erstreckte. Ein mächtiges Königreich der Bajuwaren war zum Greifen nahe. Lassen Sie sich fesseln von Schatz und Schicksal Herzog Tassilos III., der es mit dem Frankenkönig Karl (dem Großen) aufnehmen konnte. Auf dem Weg über die Alpen wurde der Heilige von einem Bären überfallen, der sein Packpferd riss. Durch ein Wunder konnte Korbinian das Raubtier jedoch zähmen. Im Ausstellungsmotiv lässt der Bischof den Bären züchtigen, der anschließend sein Gepäck brav bis nach Rom trug. Das Motiv ist einem Wandgemälde von Cosmas Damian Asam entnommen, dass er anlässlich der 1000-Jahrfeier des Bistums 1724 für den Freisinger Dom schuf. Umrahmt wird die Szene vom Schmuckbuchstaben „T“, der für Herzog Tassilo steht.
Ihren Höhepunkt erlebte die agilolfingische Herrschaft unter Herzog Tassilo III. In seiner Regierungszeit von 748 bis 788 gründete er bedeutende Klöster wie Kremsmünster und Frauenchiemsee. Er saß Versammlungen der bayerischen Kirche vor und erließ Gesetze, was sonst nur Könige taten. Seine Eigenständigkeit gegenüber dem Frankenreich fand auch künstlerischen Ausdruck: Der Hofschule des dortigen Herrschers Karl stand eine eigene tassilonische Kunst gegenüber.
Dank der Ehrenamtskarte Bayern konnten wir die Ausstellung kostenlos besuchen und im imposanten Diözesanmuseum durch Darstellungen, Erzählungen und Exponate wie dem Tassilo-Liutpirc-Kelch aus Kremsmünster viele eindrucksvolle Einblicke in das Bayern des frühen Mittelalters mitnehmen.
Im Anschluss an die Ausstellung legten wir im Café des Diözesanmuseums mit herrlichem Ausblick auf die Altstadt eine kurze Pause ein, um den anstehenden Fußmarsch zur nächsten Etappe des Ausflugs mit frischer Kraft antreten zu können.
Dieser führte uns über einen idyllischen Spazierweg unter großen Bäumen den Weihenstephaner Berg hinauf. Dort angekommen konnten wir im Biergarten des Weihenstephaner Bräustüberls die Mittagspause genießen und es uns bei hervorragenden Mahlzeiten und dem ein oder anderen Getränk gutgehen lassen.
Den Weg vom Weihenstephaner Berg zurück in die Innenstadt meisterten wir wieder zu Fuß, jedoch über eine Wegvariante, die uns durch die Hofgärten von Weihenstephan führte. Auf dem Areal des ehemaligen Benediktinerklosters befinden sich mehrere stilvoll arrangierte Gärten, die von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf betreut werden und dem universitären Betrieb dienen. Die mit Liebe zum Detail angelegten und sorgfältig gepflegten grünen Kleinode begeistern Gartenfachleute wie Gartenliebhaberinnen und Gartenliebhaber aus dem In- und Ausland. Bei dem ein oder anderen botanischen Fachgespräch in unserer Expertenrunde, konnten wir uns an der Weitläufigkeit und Vielfalt der Gärten erfreuen und der Rückweg verging wie im Flug.
In der Altstadt angekommen, haben wir den Tag im Außenbereich einer Lokalität in der Freisinger Fußgängerzone bei spätnachmittäglichem Sonnenschein ausklingen lassen und waren uns einig, dass der gemeinsame Ausflug wieder einmal äußerst gelungen und unterhaltsam war und eine Weiterführung der Tradition im kommenden Jahr unumgänglich sein wird.
– sb –